Einstieg über ADHS
ADHS-Coaching
Anfangen, Zeitgefühl, Prioritäten, Energie und starke Gefühle: wie exekutive Funktionen und ein interessenbasiertes Belohnungssystem den Alltag prägen, und welche Strukturen dazu passen.
Coaching bei ADHS, Autismus und Neurodiversität · 14–25 und Eltern

01Dein Ufer
Für dich, 14 bis 25
Mit dir, nicht über dich. Hier bist du die Person, mit der gearbeitet wird: dein Alltag, deine nächsten Schritte, deine Art, Dinge zu sagen. Mit oder ohne Diagnose.
02Wiedererkennen
Sechs Sätze, die viele junge Menschen kennen. Sie sind typische Beispiele, keine Zitate und keine Checkliste. Vielleicht klingt einer davon nach dir, vielleicht keiner. Beides ist in Ordnung.
„Mit mir stimmt etwas nicht.“
Du bist nicht falsch. Du funktionierst anders, und das lässt sich verstehen.
Im Coaching: ein persönliches Bild davon, wie du funktionierst.
„Ich weiss, was zu tun ist, und fange trotzdem nicht an.“
Dir fehlt nicht der Wille. Dir fehlt eine Struktur, die zu deinem Kopf passt, und die lässt sich bauen.
Im Coaching: visuelle Pläne, sichtbare Zeit, kleinere erste Schritte.
„Wenn jemand etwas von mir verlangt, mache ich zu.“
Mit weniger Druck kann wieder Bewegung entstehen, ohne dass Verantwortung verschwindet.
Im Coaching: echte Wahlmöglichkeiten statt Anweisungen.
„Ich habe keine Ziele mehr.“
Motivation lässt sich nicht erzwingen. Sie kann zurückkommen, wenn es sicher genug ist, wieder hinzuschauen.
Im Coaching: die Frage, wobei du die Zeit vergisst.
„Ich weiss nicht, wohin nach der Schule.“
Du musst nicht wissen, wo du in zehn Jahren stehst. Der nächste stimmige Schritt reicht.
Im Coaching: ein selbst gewählter Schritt, beim nächsten Mal gemeinsam ausgewertet.
„Niemand versteht, was ich eigentlich meine.“
Missverständnisse gehen in beide Richtungen. Du darfst deine Sprache erklären, statt sie abzulegen.
Im Coaching: wichtige Gespräche vorbereiten und üben, in deinen Worten.
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Typische Beispiele aus der Arbeit mit neurodivergenten jungen Menschen, keine Aussagen von Klientinnen oder Klienten.
Etappe 2Die BrückeWie Begleitung konkret aussehen kann.
03Woran wir arbeiten
Drei Bereiche, in denen sich etwas bewegen kann. Darunter liegt immer dieselbe Frage: Wie funktionierst du, was brauchst du, und was ist dir wichtig?
Bei Jugendlichen geht es oft um Hausaufgaben, Morgenabläufe und den Streit darüber zu Hause. Bei jungen Erwachsenen eher um Prüfungen, Lehre, die erste Wohnung und Rechnungen.
Aufgaben, die nicht anfangen wollen, obwohl sie klein sind. Ein Zeitgefühl, das sich nicht zuverlässig meldet. Systeme, die drei Wochen halten und dann kippen. Wir schauen, wo genau es hakt, und bauen Strukturen, die zu deinem Kopf passen.
Vor dem Schulabschluss, zwischen Lehre und Studium, nach einem Abbruch oder einem Wechsel, den niemand geplant hat. Orientierung heisst hier nicht, dass dir jemand sagt, was du werden sollst. Es heisst herausfinden, was dir wichtig ist und wo du gut funktionierst, und dann etwas ausprobieren.
Eine Anpassung in der Schule oder im Lehrbetrieb anfragen. Erklären, was du brauchst, ohne dass daraus ein Streit wird. Ein wichtiges Gespräch vorbereiten und danach einordnen. Nein sagen, bevor es zu spät ist. Wir üben das konkret, in deinen Worten.
Die drei Bereiche greifen ineinander. Du musst dich vorher nicht entscheiden, womit du anfängst.
04Zwei Einstiege
ADHS, Autismus, beides oder noch keine Einordnung: Das Coaching ist dasselbe. Die beiden Seiten erklären, wie ich es jeweils verstehe und welches Wissen einfliesst.
Einstieg über ADHS
Anfangen, Zeitgefühl, Prioritäten, Energie und starke Gefühle: wie exekutive Funktionen und ein interessenbasiertes Belohnungssystem den Alltag prägen, und welche Strukturen dazu passen.
Einstieg über Autismus
Reize, Energie, Übergänge, Kommunikation und Masking: wie autistische Wahrnehmung funktioniert, und wie sich deine Umgebung besser auf dich abstimmen lässt.
Eine Diagnose brauchst du nicht. Die Spezialisierung bestimmt, wie ich verstehe und arbeite, nicht, wer kommen darf.
05So läuft es ab
Es gibt kein festes Skript, aber einen verlässlichen Rahmen. So sieht eine Sitzung meistens aus.
Wir beginnen mit dem, was seit dem letzten Mal passiert ist, und mit einer Frage: „Wie ausgeglichen fühlst du dich heute, von 1 bis 10?“ Deine Antwort entscheidet, ob wir eher Druck herausnehmen oder einen grösseren Schritt planen.
Was liegt unter der Schwierigkeit? Was klappt schon, wenigstens ein bisschen? Daraus entstehen zwei oder drei Strategien, die zu deinem Kopf passen, etwa ein visueller Plan, sichtbare Zeit oder ein vorbereiteter Satz.
Du gehst mit einem Schritt, den du dir zutraust, und nicht mit einer langen Hausaufgabenliste. Beim nächsten Mal schauen wir gemeinsam, was passiert ist. Hat es nicht geklappt, ist das eine Information, kein Scheitern.
Deine Ziele führen, nicht die, die andere für dich haben. Das Ziel ist mehr Selbstbestimmung, nicht mehr Anpassung.
Es gibt andere Wege: aufschreiben, vorher etwas schicken, Pausen machen, die Kamera ausschalten. Nichts davon musst du erklären oder begründen.
Eine Sitzung dauert in der Regel eine Stunde, online oder in Rheinfelden, auf Deutsch oder Englisch. Wie viele Termine es braucht, hängt von deiner Situation ab. Wir prüfen regelmässig, ob die Zusammenarbeit noch nützt.
06Für wen
Wenn es gerade akut ist oder um deine Sicherheit geht: Bridge & Bloom ist kein Notfalldienst. Wende dich bitte an ärztliche oder notfallpsychiatrische Stellen in deiner Nähe oder an den Notruf 144 oder 112.
Du kannst dich selbst melden, auch ohne deine Eltern. Bevor wir zusammenarbeiten, werden deine Sorgeberechtigten einbezogen. Einwilligung, Rahmen und was deine Eltern erfahren, klären wir vorher gemeinsam und halten es schriftlich fest.
Was du im Coaching erzählst, bleibt vertraulich und wird nicht automatisch weitergegeben. Ausnahmen gibt es nur dort, wo das Gesetz sie zu deinem Schutz oder zum Schutz anderer vorsieht. Diese Grenzen benenne ich vorher offen, nicht erst im Ernstfall.
Etappe 3BloomWas sich verändern darf, im eigenen Tempo.
07Bloom
Bloom heisst nicht, dass alles leicht wird. Eher, dass mehr zu dir passt. Stell dir vor, wie eine gewöhnliche Woche aussehen könnte, wenn du deinen nächsten Schritt gefunden hast:
Eine Aufgabe, die angefangen ist, bevor der Druck kommt.
Ein Abend, an dem du früher merkst, dass dein Akku leer wird.
Ein nächster Schritt nach der Schule, der sich nach deinem eigenen anfühlt.
Ein Satz, mit dem du einer Lehrperson sagst, was du brauchst.
Ein Nein, das rechtzeitig kommt.
Ein Blick auf dich selbst, in dem weniger „falsch“ vorkommt.
Beispiele, keine Versprechen. Jede Entwicklung sieht anders aus, und jede zählt.
08Fragen
Nein. Die Spezialisierung auf ADHS, Autismus und Neurodiversität bestimmt, wie ich verstehe und arbeite, nicht, wer kommen darf. Wenn eine Diagnose vorliegt, fliesst das Wissen ein. Wenn nicht, arbeiten wir mit dem, was du im Alltag erlebst. Mehr dazu im Beitrag Brauche ich eine Diagnose?
Nicht automatisch. Wenn du die Klientin oder der Klient bist, ist das Gespräch vertraulich. Was deine Eltern erfahren, klären wir gemeinsam zu Beginn. Bei Minderjährigen wird das vor dem Start schriftlich festgehalten, zusammen mit den gesetzlichen Ausnahmen zum Schutz.
Dann zählt deine Entscheidung. Coaching funktioniert nicht gegen deinen Willen. Im Kennenlerngespräch kannst du erst einmal schauen, ob es für dich passt, ohne etwas zuzusagen. Hier geht es um deine Ziele.
Nein. Coaching arbeitet an deiner jetzigen Situation und an konkreten Schritten. Psychotherapie behandelt psychische Erkrankungen, mit anderem Auftrag und anderer rechtlicher Grundlage. Wenn du in Therapie bist, kann Coaching daneben sinnvoll sein, ersetzt sie aber nicht. Mehr im Beitrag Coaching oder Psychotherapie.
Das Kennenlerngespräch ist kostenlos. Die Konditionen für das Coaching werden vor jeder Zusammenarbeit transparent besprochen, bei Minderjährigen zusammen mit den Sorgeberechtigten. Sie unterscheiden sich für die Schweiz, Deutschland und Österreich. Bezahlt wird per Rechnung vor dem Termin.

09Der erste Schritt
Im Kennenlerngespräch klären wir in 20 bis 30 Minuten, worum es dir geht, wie ich arbeite und ob Coaching für dich passt. Es ist keine kostenlose Coaching-Sitzung, und am Ende entscheidest du. Ohne Abschlussdruck und ohne Nachfassen.
Für wen fragst du an?